Hort Balberstrasse/Farenweg

  • Leitung: Eva Hammer, Carmen Stähelin

Entstehung der Projektgruppe Hort Farenweg/Balberstrasse

An der Elternratssitzung am Mo. 1.11.2021 wurde die Zusammenlegung der Horte Farenweg/Balberstrasse mit dem Hortleiter Herrn Sieboth diskutiert.

Die Zusammenlegung wurde den Eltern vor dem Sommer 2021 mitgeteilt. Begründet wurde dies mit dem Engagement eines neuen Kochs für besseres Essen, was liefertechnisch in der Zusammenlegung resultiere. Nicht kommuniziert wurde damals, was das bedeutet: Alle Kinder müssen nun zwei mal pro Nachmittag den Hort wechseln zum Zmittag und Zvieri in den Balberhort, zum Spielen in den Hort Farenweg. Für Kinder und Betreuende bedeutet dies eine grosse Mehrbelastung, die freie Spielzeit ist deutlich eingeschränkt, der Organisationsaufwand ist enorm gewachsen.

Die Projektgruppe HORT wurde an diesem Abend gegründet und freut sich auf den Austausch mit anderen Eltern sowie Lösungsfindungen mit den zuständigen Personen.

Was wurde bisher unternommen?

Die Projektgruppe Hort befand sich im Austausch mit Eltern und Betreuenden. Aktuelle Situationsbeschreibungen sowie Lösungsvorschläge wurden gesammelt und in einem Schreiben der Hortleitung übermittelt. Bereits das erste Schreiben wurde von 17 Eltern unterzeichnet.

Ausgangslage

Als Begründung, dass die Kinder nicht mehr im Hort Farenweg essen können, wurde angegeben: Die Kiste mit dem Essen des neu engagierten Kochs wiegt 50kg. Damit sei sie zu schwer, um die eher schmale und einmal gewundene Treppe in den Hort im ersten Stock hinauftransportiert werden zu können. Die Küche in den Räumlichkeiten des Horts besitze nur eine Art Campingkochplatte, mit denen die ersten beiden Jahre des Hortbestehens gekocht wurde. Auch der Abzug entspräche nicht den aktuellen gesetzlichen Bestimmungen für eine Kochstelle.

Hier möchten wir anmerken, dass der Kindergarten Farenweg erst 2017 - 2019 renoviert und der Hort im 1. Stock neu eingebaut wurde. Diesen neuen Hort konnten die Kinder also nur zwei Jahre lang so nutzen, wie er gedacht war.

Als Lösung für dieses Dilemma wurde die Zusammenlegung der beiden Horte ersonnen, was den dauernden Wechsel zwischen den Gebäuden bedingt.

Status quo seit der Zusammenlegung aus Elternsicht

  • Für das Hortpersonal ist es immens schwierig, sich die vielen verschiedenen Kinder (an Spitzentagen bis zu 46!) zu merken und wissen, welches welchen Hort besucht. Dabei sind die Betreuenden gerade für dieses junge Alter wichtige Bezugspersonen. Sie sollten und möchten auch die Möglichkeit haben, eine gute Beziehung zu den einzelnen Kindern aufzubauen.
  • Das Personal verbringt einen grossen Teil seiner Zeit auf den Wegen zwischen den Horten, anstatt ihre guten Betreuungsideen mit den Kindern umzusetzen. Das Betreuungsprogramm leidet dementsprechend qualitativ. Die Kinder haben Mühe, sich in ein Spiel zu vertiefen. Kaum haben sie etwas angefangen, müssen Sie es wieder wegräumen und die Lokalität wechseln.
  • Die erhöhte Belastung des Personals ist deutlich spürbar und natürlich auch für die Kinder bemerkbar. Viele Kinder gehen seit den Ortswechseln nicht mehr gerne in den Hort, zeigen seit der Zusammenlegung auch zuhause deutliche Stressreaktionen. Viele Eltern suchen nun nach privat bezahlbaren Alternativen, um eine bessere Betreuung für ihre Kinder zu organisieren. Durch Qualitätsminderung bei gleich hohen Preisen werden Eltern zur Suche nach anderen Lösungen oder sogar zur Aufgabe ihrer Arbeit zu bewogen – ist das im Sinne der Stadt Zürich?
  • Das Hortpersonal muss plötzlich deutlich mehr kommunikative Zusatzaufgaben leisten, die mit dem gegenwärtigen Betreuungsschlüssel sowie der grösseren Anzahl Kinder offenbar nicht ausreichend zu bewältigen sind. Die Kommunikation zwischen den beiden Horten ist ungenügend, bei kurzfristigen Änderungsmeldungen (Vormittag für Nachmittag) werden Kinder nach Hause geschickt, obwohl sie zum Hort angemeldet sind oder werden zurückbehalten trotz Abmeldung. Für die Kinder bedeutet dies eine grosse psychische Belastung. Vor der Zusammenlegung gab es diese Missverständnisse nicht.
  • Es scheint ohnehin schwierig, gutes Hortpersonal zu finden. Diese momentan wenig attraktiven Arbeitsbedingungen tragen kaum dazu bei, gute neue Leute anzuwerben oder sie zu halten, und so mehr Fluktuation in der Betreuung zu vermeiden – und wieder geht es zu Lasten der Kinder.

Wenn wir hier richtig informiert sind, gilt für Schulhort und Kindergartenhort der gleiche Betreuungsschlüssel, obwohl im Schulhort viel mehr Kinder nur zu Mittag angemeldet sind und die Kindergartenkinder aufgrund ihres jungen Alters in vielen Abläufen deutlich mehr Betreuung brauchen als ältere, selbstständigere Kinder. Gerade dieser erste Einstieg ins Schulsystem ist ein prägender Einschnitt im Leben der Kindergartenhortkinder und sollte durch einen angemessenen Betreuungsschlüssel kindgerecht gelingen, um die Kinder das System Schule positiv erleben zu lassen. Wer ist zuständig für die Festlegung des Schlüssels, an wen können wir Eltern uns wenden?

Die gesetzlichen Grundlagen zur familienergänzenden Kinderbetreuung in der Schweiz besagen: Kinder haben Anspruch auf besondere Fürsorge und Unterstützung aufgrund ihrer Verletzbarkeit (aus den Richtlinien für Tagesstrukturen zur Betreuung von Kindern im Kindergarten- und Primarschulalter der kibe suisse). Im Artikel 3 steht ausdrücklich, dass bei allen Massnahmen, die Kinder betreffen, deren Wohl vorrangig zu berücksichtigen ist. Die gegenwärtige Situation widerspricht dem: Bei der Zusammenlegung kann nicht das Kindeswohl im Vordergrund gestanden haben.

Lösungsvorschläge zur Essensproblematik

  • Eine Lösung könnte sein, die 50kg Kiste auf zwei kleinere Gebinde aufzuteilen oder noch besser, diese sogar zu vierteln. Dies entspräche dann den Richtwerten des Arbeitsgesetzes Verordnung 3, Artikel 25, Richtwerte für Lasten.
  • Ebenfalls helfen könnte die Anschaffung einer Treppensteiger-Sackkarre mit je drei Rädern pro Seite, die den Gegebenheiten im Gebäude des Kindergarten Farenweg entspricht. Gute Modelle gibt es bereits für etwa 70 CHF. Will man den Mitarbeitenden besonders entgegenkommen, gäbe es auch eine einmalig hohe Investitionsmöglichkeit mit einer elektrischen Variante für etwa 2300 CHF.
  • Auch Zügelgurte sind eine Möglichkeit, das Tragen rückenschonender zu gestalten, zB in Kombination mit kleineren Gebinden.
  • Eine weitere Möglichkeit, um das Essensproblem zu lösen, wäre ein Tausch der Raumnutzung von Kindergarten und Hort im Standort Farenweg. Der mittlere Raum zwischen den beiden Kindergärten könnte zur Mittagszeit, wenn die Kinder, die nicht in den Hort gehen, das Gebäude verlassen, zur Speisung der Hortkinder genutzt werden. Dafür könnte man einen der beiden oberen Räume den Kindergartenkindern zur Verfügung stellen. Diese Lösung bräuchte natürlich das Entgegenkommen und die Bereitschaft des Kindergartenpersonals, weil sie einen grösseren gegen einen kleineren Raum tauschen und neu eine Treppe bewältigen müssten. Im Gegenzug müssten aber die zahlreichen Hortkinder nicht 2x zum Essen gleich das ganze Gebäude wechseln.
  • Vielleicht lassen sich diverse Lösungsansätze auch für andere Horte unseres Schulkreises, in denen eine Essenslieferung bisher noch nicht möglich ist, anwenden?

Fazit

Eine Lösung, die Kinder in ihren jeweiligen Hortgebäuden und kleinen Bezugsgruppen zu belassen, erscheint uns Eltern dringend notwendig. Der Ortswechsel bringt viel mehr Stress in den ohnehin aufregenden Hortalltag, die exorbitant angestiegenen Gruppengrössen ebenso. Die Mitnutzung der Aussenflächen (Spielplatz, Wiese) des Kindergarten Farenweg durch den Hort Balber sehen wir hingegen nicht als problematisch, sondern als Verbesserung für die Kinder des Hort Balber – solange die Kinder durch ihre klare Hortzugehörigkeit und die kleineren Gruppen wissen, wer ihre Bezugspersonen sind.

Sollten nicht wie kommuniziert die räumlichen Gegebenheiten, sondern die Anzahl der Betreuenden das Problem sein, so haben wir hierfür kein Verständnis. Die Stadt Zürich ist hier ganz klar in der Pflicht, den Mangel an Betreuenden mit allen ihr möglichen Mitteln zu beheben, und zwar so schnell wie möglich, und nicht auf Kosten der Kinder zu sparen oder dem Problem nur mit Ausweichmanövern zu begegnen. Wir Eltern zahlen grosse Beträge unserer Gehälter für die Betreuung unserer Kinder und dürfen uns dementsprechende hohe Qualität erwarten.

Zukünftig mehr Transparenz in Sachen Kommunikation mit den Eltern wurde an besagter Elternratssitzung von Seiten der Hortleitung erfreulicherweise zugesichert. Vielen Dank dafür an dieser Stelle.